Burma - Proteste und Gewalt - Hintergründe
Dieser Tage kann man wieder erleben, wie ein aktuelles Thema in den Medien nach einer kurzen “Sturm- und Drangphase” wieder abflaut, obwohl sich die Situation vor Ort bei weitem nicht entspannt hat.
Die Proteste in Birma rufen ja einerseits Freude auf, dass sich Menschen mit dem dortigen Unrechtsregime nicht mehr abfinden wollen, auf der anderen Seite muss man aber auch sehr mit Bestürzung reagieren, wenn man mitbekommt, wie kompromisslos die dortige Junta gegen Protestler vorgeht. Ich durfte gestern von burmesischen Studenten (hier in Thailand) erfahren, wie Bekannte “verschwunden” sind, weil sie, wie im Falle des einen, z.B. einem verletzten Mönch geholfen haben. Niemand weiß, wo sich diese Internierten befinden. Zudem ist es unmöglich Informationen aus dem Land zu bekommen, denn alle Kommunikationskanäle sind unterbrochen (bis Samstag konnte man wenigstens noch auf Mobiltelefonen in Burma anrufen).
Und weitere Bestürzung kann einen zusätzlich überfallen, wenn man sieht, auf welche Art und Weise Außenstehende reagieren. Hier in Thailand ist das Interesse insgesamt nicht sonderlich hoch (auch an Politik allgemein), aber vor allem wird (von offizieller Seite) auf eine entspanntere Situation gehofft, denn man leidet ja auch selber unter dieser Situation (der Handel läuft nicht mehr so). Anders wird es wohl in keinem anderen Land sein, Internationale Politik bedeutet leider meistens immer noch zunächst die eigenen Interessen zu wahren.
Also mein Appell an alle: Behaltet die Situation im Auge, ich habe gehört in Berlin gab es Demos vor der chinesischen Botschaft, dann demonstriert weiter! Und vielleicht auch vor der Botschaft von Singapur und bei den USA sowieso. Ansonsten kann man wohl nur hoffen, dass es glimpflich abläuft.
Einen guten Hintergrundbericht findet man auf der Homepage der Heinrich-Böll-Stiftung >>.
Artikel: Burma - Proteste und Gewalt - Hintergründe · Autor: Hendrik · Kategorie: Journal
Datum: Mittwoch, 3. Oktober 2007, 01:53 Uhr
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 ·
Trackback: Trackback-URL
Diesen Beitrag kommentieren.