Im Zentrum der Entwicklungspolitik
Wenn es in Deutschland einen Ort gibt, wo Politik gelebt wird, so ist es hier in Berlin. Sicher, in Bonn gibt es sie auch, die Politik, aber Berlin ist das Zentrum in das die jungen Menschen heutzutage strömen, um hier zu leben und zu arbeiten. Da in dieser Ausgabe die Aussen- und Entwicklungspolitik in Deutschland im Zentrum unseres Fokus steht, ist es für uns natürlich vom besonderen Interesse, nebst den vielen Organisationen, die in Berlin tätig sind, einen Blick in die Arbeit des Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu werfen. Wir haben uns dazu bei dem MdB Thilo Hoppe (Grüne) umgehört und mit seinem jetzigen Praktikanten Bernd Ketzler ein kurzes Interview geführt.
Ein Praktikum bei einem MdB bietet vielseitige Möglichkeiten für einen späteren Einstieg in die Politik oder Politikberatung und macht natürlich auch mit dem nötigen Engagement sehr viel Spaß. Man erhält Einblicke in den Alltag eines MdBs und die Arbeit, trifft Abgeordnete, Minister und andere Funktionäre kennen und kann Kontakte knüpfen und natürlich macht ein Praktikum im Bundestag den Lebenslauf attraktiv. Zudem gibt es wöchentlich Treffen von Praktikanten im Bundestag bei denen aus allen Regionen Deutschlands und auch viele europäischen Ländern junge Leute zusammenkommen und sich nette Freundschaften entwickeln können.
Für eine erfolgreiche Bewerbung gibt es eine klare Regel: Man ist erfolgreicher, wenn man seine Bewerbung mit einem klaren Ziel ausrichtet. Dafür ist es wichtig, sich über zwei Dinge im Klaren zu sein: welches politische Themengebiet interessiert einen am meisten und für welche Partei bzw. Politiker möchte man gerne arbeiten. Oftmals sehen Politiker es gerne, wenn jemand eine gewisse Nähe zu der eigenen Partei hat, doch ist bei den Grünen ein Parteibuch nicht notwendig. Man sollte allerdings „seiner politischen Grundausrichtung folgen und wenigsten zwischen eher links und eher rechts unterscheiden. Die politische Grundübereinstimmung zwischen Praktikant und MdB bzw. Partei macht die Arbeit jedenfalls leichter und interessanter.“
Der Bundestag hat ein eigenes Bewerbungsportal für Praktika, jedoch sind Wartezeiten von bis zu einem Jahr eine gängige Praxis. In der Regel sind die MdBs jedoch flexibler als die Bürokratie es erscheinen lässt und die standardisierte Bewerbung über das Bundestagsportal somit nicht immer zu empfehlen. Es ist hilfreich sich darüber kundig zu machen, welcher MdB aus deinem Wahlkreis kommt oder ob du dich mit deinen im Studium und Engagement erworbenen Erfahrungen und die Arbeitsschwerpunkte eines Abgeordneten decken. Mit diesen Informationen bewaffnet, kann ein kurzes Telefongespräch mit dem Büro des jeweiligen Abgeordneten schon dazu führen, dass man seine Bewerbungsunterlagen einschicken und auf ein Bewerbungsgespräch hoffen kann.
Die Art und Weise, wie Praktikanten eingesetzt werden, unterscheidet sich von Fraktion zu Fraktion. Man ist in das Team des Abgeordneten eingebunden und verfügt über einen eigenen Arbeitsplatz. In der Regel gehören Recherchearbeiten, das Organisieren und Vorbereiten von Konferenzen und Sitzungen und das Erledigen der Bürokommunikation zu den alltäglichen Aufgaben. Außerhalb der Regel stehen die Sitzungswochen in denen Termine, Termine, Termine und wenig Schlag anstehen. Diese beginnen mittlerweile schon mit der Vorbereitung am Sonntag, die Tage starten morgens früh und enden zumeist spät abends bei informellen Treffen und Gesprächen. Es geht im Kern darum, dass die Abgeordneten sich mit Vertretern der Gesellschaft, ihren Fraktionen und anderen Abgeordneten austauschen und beraten. Es beginnt am Montag mit der Teambesprechung, der Planung für die Woche und ersten Gesprächen. Am Dienstag stehen die Gremiensitzungen der Fraktionen im Mittelpunkt, wo sich über aktuelle Entwicklungen ausgetauscht wird und die fraktionspolitischen Strategien festgelegt werden. Mittwoch ist die eigentliche Detailarbeit in den verschiedenen Ausschüssen dran, damit dann am Donnerstag und Freitag im Plenum zu allen wichtigen politischen Anliegen diskutiert und Gesetze auf den Weg gebracht werden. Es ist eine Zeit voller Aktivität und natürlich auch mit Stress verbunden – aber so erkennt man, dass Politik oftmals ein Job ist, bei dem die Politiker 24/7 eingespannt sind.
Die Arbeit im Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bietet dabei die Möglichkeit, einer vielfältigen und interessanten Arbeit nachzugehen. „Sie umfasst nicht nur die Zusammenarbeit mit vielen Ländern, Kulturen, Sprachen und Religionen, sondern bietet auch die Möglichkeit, bestimmte Themenfelder von sozialer, ökonomischer und ökologischer Seite zu betrachten.“ Man wirkt an der Beratung und ggf. Einführung eines Finanzierungsinstruments für die weltweite Förderung der Demokratie und der Menschenrechte mit oder hört von Rita Süssmut aus erster Hand über den Weltbevölkerungsbericht. Man steht dadurch nicht nur im Zentrum der politischen Geschehnisse, globaler Politik und der deutschen Entwicklungspolitik sondern man schärft dadurch auch seine „Sinne für das alltäglich Selbstverständnis in Deutschland.“
Das Arbeitsklima bei den Grünen ist dabei locker und freundlich. Als Praktikant bearbeitet man selbständig anspruchsvolle Aufgaben und kann an Ausschuss- Arbeitskreis und Fraktionssitzungen teilnehmen, was in diesem Umfang nur die Grünen anbieten. Wer mehr über die Arbeit des Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erfahren möchte, kann dies auf der Site des Bundestages tun, Infos zu der Arbeit und dem Engagement von Thilo Hoppe stehen natürlich auch auf seiner Website.
Artikel: Im Zentrum der Entwicklungspolitik · Autor: Malte · Kategorie: Artikel
Datum: Montag, 30. April 2007, 16:18 Uhr
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