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Europa kennen lernen

Dieses Jahr steht im Zeichen der Internationalen Politik. Die G-8 in Heiligendamm, die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, der 50-jährige Geburtstag der EU noch dazu – da liegt es nahe, mitzumachen. Ein Praktikum im Ausland bietet eine großartige Chance, interessante Aspekte internationaler Beziehungen zu erfahren, sowie die politische Arbeit und interessante Menschen im Ausland kennen zu lernen.

Das wichtigste ist, früh mit der Bewerbung anzufangen. Um Erfolg zu haben, ist es in der Regel unbedingt erforderlich, frühzeitig mit der Planung und Recherche anzufangen. Wer später als 6 Monate vorher anfängt, wird nur noch mit Beziehungen in die grossen internationalen Organisationen kommen. Man muss sich mit Deadlines und viel Bürokratie auseinandersetzen und es gilt auch eine Wohnung zu finden sowie zeitig einen Flug zu buchen. Wie in Deutschland sind auch im Ausland die meisten Praktika (dort Internships) unbezahlt oder nur mit einer kleinen täglichen Aufwandsentschädigung verbunden.

Viele Praktikanten zieht es nach Brüssel, Luxemburg und Strassburg, um für eines der europäischen Ministerien, Institute oder die zahlreichen Lobbyisten und Verbänden zu arbeiten. Auf der politischen Ebene sind die meisten Stellen im Bereich der Recherche, Übersetzung und Organisation oder als Assistent von MEPs.

Ein Praktikum bei einem MEP ist für viele die erste Station in Brüssel. Anders als bei der Arbeit für Institute, Lobbyisten und die Kommission benötigt man keine Expertise oder ein weit verzweigtes Netzwerk. Die Rekrutierung von Praktikanten ist meist informell und wird nicht ausgeschrieben. Also wie kommt man an die Stellen?

Ein erster Schritt sollte sein, deinen regionalen MEP ausfindig zu machen und anzusprechen. Das gleiche gilt natürlich auch für eine eher themen- und aufgabenspezifische Such: Suchen, Finden, Ansprechen. Nach einigen Anläufen sollte sich bald eine Möglichkeit abzeichnen. Ist man erst einmal drin, bleibt man meist 3 – 9 Monate und kriegt in der Regel (je nach MEP) bis zu € 600 für Unterhaltskosten. Die Büros von MEPs sind klein und Praktikanten werden für die Recherche, die Dokumentation von Arbeitsgruppentreffen oder Konferenzen und in der Administrative eingesetzt. Ein Praktikum bei einem MEP ist daher der ideale Ort, um die EU als Organisation und Ort der Politik kennen zu lernen. Eine gute Site, um die ersten Informationen über deutsche MEPs zu erhalten ist . Weitere Infos über Praktika im Parlament gibt es bei dem dafür zuständigen Büro

Die Europäische Kommission ist die mit Abstand begehrteste Arbeitsstelle für Praktikanten und deshalb auch mit einem langen und komplizierten Bewerbungsprozess ausgestattet. Zuerst muss man ein langes Bewerbungsformular ausfüllen. Solltest du danach in der ersten Selektionsphase bestanden haben, erscheint dein Name in der „Blue Box“ der 2.500 potentiellen Kandidaten und die jeweiligen Abteilungen suchen sich aus diesem Pool einen Praktikanten. Es ist allerdings geläufig, dass diese Kandidaten sich meistens durch Networking oder Kontakte die Stelle sichern, die sie haben wollen – also auch hier heißt es: den Letzten beißen die Hunde, also ran an den Speck.

Die Arbeit für die Kommission orientiert sich nach der mitgebrachten Erfahrung und wo man eingesetzt wird. Dies ist in der Regel in Brüssel, einige Kommissionen sind aber auch in Luxemburg. Die Aufgaben dort sind Recherche, Zusammenstellen von Briefings, Dokumentationen und Zusammenfassungen, Organisation und Assistenz von Arbeitsgruppen, Assistenz in der Vorbereitung von Reporten und administrative Arbeit. Auch wenn man zum Teil viel arbeiten muss und wenig bekommt, gibt es eine hervorragende Praktikantenkultur in den EU-Städten und man lernt viele engagierte, intelligent und lustige jungen Menschen kennen. Für Hochschulabsolventen gibt es ebenfalls die Möglichkeit, in verschiedene Organisationen der EU reinzuschnuppern und dabei von Seiten der EU unterstützt zu werden – wie im Rat der europäischen Union, wo es bis zu 900 € gibt und man zwischen einem und vier Monaten arbeiten kann.

Wer allerdings nicht in die Ferne schweifen mag oder kann, hat auch in Berlin die Möglichkeit in der Vertretung der Europäischen Kommission ein Praktikum zu machen. Diese sind in der Regel studienbegleitend ausgerichtet, unbezahlt und in der Presse bzw. der politischen Kommunikation angesiedelt.

Artikel: Europa kennen lernen · Autor: Malte · Kategorie: Artikel
Datum: Montag, 30. April 2007, 16:28 Uhr
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