US Experten in Berlin über die Wahlen

Die American Academy bringt Experten aus der Politik und Wissenschaft nach Berlin. Man kann Sie, auch wenn es etwas weit draussen ist, am Wannsee hören und sehen. Wer dies nicht schafft hat die Möglichkeit in dem Archiv verschiedenen Vortäge anzuhören oder auch zu sehen. Zwei wirklich interessante sind zu den Wahlen in den USA von den beiden politischen Kommentatoren Richard Cohen und Richard Reeves zu hören – besonders die aktuelle Situation und die damaligen Voraussagen sind sehr interessent.

Deutsche Arbeitsmarktreformen – aus den USA betrachtet

Das Economic Policy Institut hat am 28. Januar in New York zur Diskussion der deutschen Arbeitsmarktreformen geladen. Die Teilnehmer wie auch die Organisation ist dem linken Diskurs zuzurechnen. Dennoch ist die Sichtweise auf unseren schönen deutschen Arbeitsmarkt aus dem Ausland mal erfrischend. Es gibt auf dem Mitausrichter Global Policy Network das Panel als Stream und die PDFs der Referenten als Downloads.

Social Networking goes political

Moveon.Org, eine der bedeutendsten Amerikanischen Grassrotts Organisationen nutzen nun auch Facebook. Nichts neues mag es da heissen- denn es gibt ja z.B. Gruppen auf OpenBc, Politiker haben eigene Profile …

Facebook jedoch ermöglicht es, dass dritte kleine Programme schreiben, die von den Nutzern in ihren Profilen integriert werden können. Und genau das haben Moveon.Org gemacht. Mit ihrer The League of Young Voters Primary ermöglicht es Moveon.Org ihren Nutzern untereinander zu vergleichen, wer welches Kandidaten aus welchen Grund wählen würde und welche Themen in diesem Wahlkampf wichtig sind.

Klimakonferenz auf Bali – Informationsmöglichkeiten

Nun tritt die Klimakonferenz in Nusa Dua auf Bali in die entscheidende Phase. Für alle Interessierten hier ein paar interessante Informationsmöglichkeiten und Blogs, die das Geschehen auf Bali hautnah beschreiben und eine etwas andere Perspektive bieten als die üblichen Nachrichten in Fernsehen und Zeitung:

Der Bali-Blog des Climate Action Network, ein weltweites Netzwerk von über 430 NGOs die zum Thema Klimawandel arbeiten, beschreibt die Perspektive von NGO-Teilnehmern der Balikonferenz.
Ein weiterer Teilnehmer in Bali ist Jörg Haas von der Heinrich-Böll-Stiftung, der auf seinem Blog Klima-der-Gerechtigkeit von Bali berichtet.
Eine etwas andere Perspektive beschreibt Nantiya Tangwisutijit, eine Journalistin der thailändischen Tageszeitung The Nation auf ihrem Blog thailclimate.org. Sie ist mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung in Bali und berichtet von dort. Besonders ihre Beschreibung der thailändischen Bali-Delegation kann ich sehr empfehlen…
Und als letztes möchte ich den Bali News Update des Third World Network empfehlen, welches immer sehr gut von internationalen Konferenzen berichtet.

Journalismus lebt vom Streit – die Klimaskeptiker

Der Radiosender SWR2 hat am Montag den 10.12. eine interessante Sendung zur Klimaskepsis gebracht. Demnach sind die lautesten Stimmen in der Klimakritik diejenigen der Laien. Neben Journalisten und Kollumnisten gehört dazu auch der promovierte Soziologe Wolfgang Thüne, ehemaliger Wetterfrosch des ZDF, der den Treibhauseffekt samt seiner physikalischen Grundlagen schlicht in Frage stellt. Scheinargumente und Haltungen treiben den Boulevard-Journalismus an. In diesem Krieg der Schlagzeilen tauchen Wissenschaftler zwar immer wieder auf, aber sie werden eher benutzt, als dass ihrem Anliegen Rechnung getragen wird. Das reicht soweit, das Ergebnisse von Forschern, wie zum Klimamodell von Armin Bunde und seiner Forschungsgruppe, für klimaskeptische Schlagzeilen und als “Belege” gegen den Klimawandel genutzt werden, auch wenn dies die Tatsachen verwischt. Dabei hatten die Forscher lediglich herausgefunden, dass alte Klimamodelle gewisse Faktoren nicht miteinbezogen und auch heute noch nicht perfekt, jedoch weitaus besser sind, als vor 5 Jahren. Die Studie zu den alten Klimamodellen wurde dann jedoch genutzt für Schlagzeilen wie “Globale Erwärmung in Klimamodellen überschätzt” oder “Klimamodelle schlechter als ihr Ruf”. Auch der Ozeanforscher Prof. Carl Wunsch ist in dem Film „Der große Schwindel von der Klimaerwärmung“ mehrfach mit kritischen Statements gegen die herrschende Meinung zum Klimawandel zu sehen. Auf seiner Internetseite zeigt er sich tief enttäuscht und getäuscht von den Filmemachern und stellt klar: Ich habe kritische Anmerkungen, aber „I believe that climate change is real, a major threat, and almost surely has a major human-induced component.”

Es gibt jede Menge von an Laien gerichtete Medienberichte, die einen ganz anderen Eindruck als allgemein unter Wissenschaftlern anerkannt verbreiten. Die Unterschriftenliste unter einem offenen Brief an den kanadischen Premierminister Stephen Harper aus dem vergangenen Jahr, liest sich wie das Who is who der Klimaskeptiker. Sie macht deutlich, das von den etwa 60 Wissenschaftlern die Hälfte längst im Ruhestand ist. Vertreter völlig fremder Disziplinen und von Institutionen abgerechnet bleiben keine zwei Hand voll Namen übrig. Unter den bekanntesten Namen sind Fred Singer und Prof. Richard Lindzen. Fred Singer hat in früheren Studien den Zusammhang zwischen FCKW und dem Ozonloch bestritten und lange die Schädlichkeit des Passivrauchens angezweifelt. Prof. Richard Lindzen bringt das Hauptargument “Klimawandel ist eine natürliche Entwicklung”. Dabei läßt er jedoch ausser acht, das der Wandel heute wesentlich schneller passiert und dass, als es das letzte Mal 2 bis 3 Grad wärmer war – vor 3 Millionenjahren – der Meeresspiegel 20 bis 30 Meter höher war als heute. Bei der Bevölkerungsdichte und Nahrungsnachfrage heute ist würde die Anpassungsfähigkeit jedoch drastisch überschätzt, sagt der Wissenschaftstheoretiker Martin Carrier.

Fazit ist: Klimaskepsis bedeutet Abwarten und Nixtun und ist einfacher für Politiker und für Wähler. Aber Arnim Bunde sagt zu Recht: “Wenn man Zweifel hat, dass man etwas machen muss, dann sollte man schon mal anfangen, etwas zu tun.”

Und Dirk Maxeiner fügt hinzu: “Irgendein Zyniker hat mal gesagt, es gibt die drei klassischen Stufen, mit einem Problem nicht umzugehen. Stufe 1: Man sagt, das ist alles Unsinn, das gibt’s gar nicht. Stufe 2: Man sagt, ja okay, das Problem existiert, aber das ist alles übertrieben, ist alles halb so schlimm, und Stufe 3 ist dann: Ah, jetzt ist es sowieso zu spät. Wir können gar nichts mehr dagegen machen. In der Diskussion dieser Skeptiker sind wir gerade zwischen Stufe 2 und 3. ”

Die Sendung gibt’s zum Lesen und Hören auf http://www.swr.de/s.../1hox0oq/index.html.

Mehr Transparenz unter zivilgesellschaftlichen Organisationen durch Internet-Datenbank

Beim GuideStar Europe Projekt geht es um die Entwicklung eines Systems, welches zum Ziel hat, eine Datenbank mit Suchfunktion zu erstellen, auf der man Zivilgesellschaftliche Organisationen (ZGOs) der jeweiligen Länder recherchieren kann. Die Idee ist, Berichterstattung und “best parictices” in der ZGO-Welt zu verbessern. Die besondere Hürde die dabei überwunden werden muss, ist, das Netzwerk von ZGOs transparenter zu machen und ZGOs die Möglichkeit zu geben, detaillierte Informationen zu Projekten, Arbeitsschwerpunkten, Mitgliedern, Einkommen, usw. in einer komprimierten Datenbank zu veröffentlichen, und dies aber auch gleichzeitig an nationale Richtlinien und Gewohnheiten angepaßt zu realisieren. Die Größe der ZGOs spielt bei der Registrierung keine Rolle, allerdings sollen besonders kleinere ZGOs unterstützt werden, die oft nicht einmal eine eigene Website besitzen. Der Schwerpunkt der Datenbank liegt auf Berichten zu aktuellen und zukünftigen Projekten und Arbeitsbereichen, um z.B. die Kooperation untereinander und mit anderen Interessenten zu fördern oder Förderungsorganisationen ausfindig machen zu können. In der Suchmachine können dann beispielsweise konkrete Namen, oder auch Stichworte wie “Energie” eingegeben werden und es erscheint dann eine Liste aller ZGOs, die in diesem Bereich aktiv sind. Dieses System gibt es bereits in den USA, der UK und anderen Ländern. Derzeitig wird die Durchführbarkeit in Deutschland, Ungarn, den Niederlanden, Irland sowie Europaweit (Europäisches Portal) untersucht und befindet sich in Deutschland bereits in der letzten Phase. Finanziert wird das ganze von der Kommission (eTEN Programm) und in vielen Fällen auch von nationaler Regierungs-, privater und gemeinnütziger Seite.

GuideStar Infoseite: http://guidestareurope.org/home
GuideStar in der UK zum Ausprobieren: http://www.guidestar.org.uk/index.aspx