Der Lokführerstreik – Hans Werner Sinn über den Arbeitskampf

Manchmal hat es etwas gutes, alte Zeitungen, die man nicht unbedingt zu seiner Standardlektüre zählt, mal mitzunehmen. Denn nicht immer sind die Nachrichten von heute schon morgen Geschichte. In der Wirtschaftswoche vom August diesem Jahres schrieb Hans Werner Sinn unter dem Titel „Hart bleiben, Herr Meddorn!“ eine etwas trockene doch sehr interessante Kolumne. Da diese in der Wirtschaftswoche steht, wird natürlich vehement gegen die Anliegen der Lokführergewerkschaft argumentiert. Doch die Lektüre läßt innehalten und nachdenken.

Die Debatte drehte vornehmlich in der Öffentlichkeit um die Themen Mehdorn vs. Schell, Verhältnismäßigkeit der Forderungen, Streikrecht ja oder nein und natürlich um den eigenständigen Tarifvertrag. Sinn zieht gegen Berufstandsgewerkschaften zu Felde und das simple wie einleuchtende Argument darin ist, dass Berufstandsgewerkschaften dazu tendieren, weit aggressiver in Verhandlungen aufzutreten als Monopolgewerkschaften. Dadurch können die Berufstandsgewerkschaften zwar meist einen „größeren Teil des Kuchens für sich reklamieren“ aber unter dem Strich schrumpft dadurch die relative Größe des Kuchens. Sprich, mehr Gehalt aber weniger Jobs und schlechterer Service für die Kunden und am Ende weniger Gewinn für das Unternehmen. Auch wenn dies nun sehr simplifiziert wiedergegeben ist, lohnt sich der Artikel als ein interessanter Gesichtspunkt, wenn man auf die Entwicklung der letzten Monate zurück sieht.

Artikel: Der Lokführerstreik – Hans Werner Sinn über den Arbeitskampf · Autor: Malte · Kategorie: Journal
Datum: Donnerstag, 22. November 2007, 18:10 Uhr
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