Burma – Handlungsoptionen und historische Hintergründe

Die blutige Niederschlagung der Proteste in Burma/Myanmar ist nun schon drei Wochen her. Seitdem ist es ruhig um das Land geworden, man hört ab und zu etwas über die gegenwärtige Situation aus dem Land, und die Diskussionen auf internationaler Ebene über ein “richtiges” Eingreifen/Einwirken gehen weiter. Doch was sind die bestehenden Handlungsoptionen, und – noch viel wichtiger – was muss dabei beachtet werden?
Aus Sicht der Nachbarstaaten spielt vor allem die ethnische Aufteilung des Landes eine große Rolle. (ethnische Karte >>) So ist die gegenwärtige Position der drei wichtigsten Nachbarländer China, Indien und Thailand vor allem vor dem Hintergrund einer möglichen “Balkanisierung” Burmas zu betrachten, sollte das Militär gestürzt werden.
Die Möglichkeiten der EU sind wohl relativ begrenzt, angesichts der andauernden Sanktionspolitik und der somit sehr geringen Handelsverflechtungen. Wichtig wäre vor allem, politischen Druck auf Drittländer auszuüben, die einen Einfluss in der Region haben, bzw. mit Waffenverkäufen die Militärjunta unterstützen. In den USA sieht die Lage auch nicht anders aus, obwohl hier schon wieder (begrenzte) Militärschläge diskutiert werden (Talk Is Cheap – Couldn’t the U.S. Do More to Pressure Burma’s Junta?, By William Kristol, Washington Post, 7. Oktober 2007 >>).
Bleibt so eine positive Entwicklung innerhalb des Landes die einzige wirkliche Entwicklungoption? Kann dabei Aung San Suu Kyi eine so große Rolle spielen? Detaillierte Hintergründe und Handlungoptionen finden sich in einem Text von Dr. Heike Löschmann, Heinrich-Böll-Stiftung Südostasien: MYANMAR / BURMA – WEGE AUS DER SACKGASSE ? >>
Hier werden vor allem vier konkrete Handlungsvorschläge gemacht:
1. Wichtig ist ein überprüfbares Waffenembargo, dass alle Länder in die Verantwortung nimmt, die der Militärjunta Waffen verkaufen!
2. Das Internationale Rote Kreuz muss wieder Zugang zu allen Gefängnissen, Polizeistationen und Geheimgefängnissen im Land bekommen, vor allem angesichts der hohen Zahl neuer Verhaftungen seit der Niederschlagung der Proteste!
3. Die humanitäre Hilfe und das Know-How von Organisationen (die bereits im Land sind) muss gesichert und gesteigert werden!
4. Die UN müssen eine Monitoring-Gruppe einsetzen, die im Land operieren kann!
Bleibt zu hoffen, dass wenigstens einige Verbesserungen erreicht werden, solange es noch internationale Aufmerksamkeit gibt. In anderen Ländern kann man ja sehr gut beobachten, wie diese ausbleiben und dann auch noch die internationale Aufmerksamkeit, nach einer kurzen Phase der Berichterstattung, ausbleibt – wie vor allem im Falle des Genozids im Sudan!

Artikel: Burma – Handlungsoptionen und historische Hintergründe · Autor: Hendrik · Kategorie: Journal
Datum: Dienstag, 16. Oktober 2007, 23:26 Uhr
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