Der Globale K(r)ampf gegen Malaria
In der Tagesschau wurde heute der Weltmalariatag und das Engagement eines Deutschen Forschers gewürdigt. Es wird uns vorgerechnet, dass jährlich über eine Millionen Menschen an Malaria sterben und 500 Millionen an “der Pest von Afrika” erkranken. Der Artikel schließt mit dem Statement, dass bis zu einem Sieg über die Malaria noch viele Jahre vergehen werden.
So wichtig wie der Blick auf Malaria in Afrika ist, ist es fast schon ein Vergehen vorzuenthalten, dass der Westen (und natürlich Deutschland) nichts unternimmt, um die Malaria nachhaltig zu bekämpfen. Magere 9 Millionen Euro für die Recherche für Malariamückenfallen ist ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn auch ein wichtiger.
Doch warum nenne ich es ein Vergehen, uns nicht den Spiegel vorzuhalten? Weil es einfache Lösungen gibt, die Millionen Menschenleben retten können. Jeffrey Sachs, Berater der UN und Direktor des Earth Institutes der Columbia University, rechnet es vor (auch zu hören in einer seiner bemerkenswerten Lectures) .
So gibt es Anti-Malariabettnetze, die 5 Jahre halten und ca. 5$ Kosten. Für Afrika würden ca. 300 Millionen dieser Bettnetze benötigt. Dies würde in der Anschaffung 1.5 Milliarden $ (1,1 Milliarden €) kosten. Auf fünf Jahre wären das 300 Millionen $ (220 Millionen €) pro Jahr.
Somit müsste jeder Deutsche gerade mal 3€ im Jahr spenden, um für Millionen von Menschen das Leben zu erleichtern. Und sollten alle EU Bürger mit einberechnet werden, müsste jeder EU Bürger nur 0,45 € spenden. Ist dieser Preis für Millionen Menschenleben zu hoch, oder warum findet sich in den deutschen Medien nichts über diese Möglichkeit? Und warum wird uns versichert, dass der Sieg noch viele Jahre in der Ferne liegt? Fragen, die ob der einfachen Mittel zur Hand an dem Weltmalariatag, eine dringende Berechtigung haben.
Artikel: Der Globale K(r)ampf gegen Malaria · Autor: Malte · Kategorie: Journal
Datum: Mittwoch, 25. April 2007, 07:54 Uhr
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